ENJOY, LIFESTYLE — 6. November 2011 16:50

MARTINIGANSL-ESSEN

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rothneusiedlerhof.net

Alle – inklusive mir – freuen sich auf das Martinigansl-Essen

Ein gewisser Martin teilte im bitterkalten Winter des Jahres 335 seinen edlen Elitegarde-Mantel in zwei Teile. Die zweite Hälfte gab er einem Obdachlosen. In der gleichen Nacht träumte er Jesus, ließ sich daraufhin taufen, wurde – im christlichen Sinne – ein guter Mensch und irgendwann im Alter von (heute wie damals erstaunlichen) 81 starb Martin in Candes. Er wurde dann, nach einigem Hin-und-Her, schließlich am 11. November 397 in Tours beigesetzt. (Martin ist übrigens der erste Heilige, der keinen Märtyrertod gestorben ist.)

Aber, was hat diese edle Geschichte mit der allseits beliebten Martinigans zu tun?

Nichts!

Entsetzlich, mein Weltbild bricht zusammen, dabei habe ich als Kind sehnlichst auf das Laternenbasteln gewartet und jedes Jahr wurde mir die Geschichte wieder und wieder erzählt!

Die Martinigans geht (wahrscheinlich) auf die Heiden zurück!
Jedes Jahr im Herbst schlachteten die Kelten ihre Herden bis auf ein einziges Zuchtpaar. Dies geschah aus rituellen Gründen immer am 11. November (an diesem Tag kehrt das Sternbild der Plejaden an das nächtliche Firmament zurück). Der 11. November war darüber hinaus  der Winteranfang der Druiden. Der Martinstag ist also ein heidnisches „Erntedankfest“.

So erkläre ich mir nun auch die vielen anderen (heidnischen) Bräuche rund um den 11.11.

Der lustige Martinszug mit Kindergarten-Laternen, inklusive Weckemann (Germteiggebäck mit Rosinen); das oftmals schreckliche Martinssingen, das Martinsfeuer, das Martiniloiben und die vielen Bauernregeln … die sicherlich wenig mit dem (christlichen) Glauben zu tun hat.

Zurück zu Gans!

Das Martinigansl genießt man am besten auf die traditionelle Art und Weise (mit Rotkraut und Erdäpfelknödel) oder exotisch-asiatisch „süß-sauer“.
Passend dazu sollte man sich an diesem Abend entweder am Balkan herumtreiben – oder einen Balkanesen zum Essen einladen – denn – am 11.11. ist nicht nur um 11:11 Uhr Faschingsanfang, sondern an diesem Tag wird der „Heurige“ zum Wein. Anders formuliert – an diesem Tag wird das Wasser zum Wein. Das nennt man dann „Martinje“.

Was auch immer Ihr vorhabt:
Ich wünsche Euch für den 11.11. entweder „Guten Appetit!“; „Gut Schluck“ oder „Kölle Alaaf!“.

Eure,

Dini 

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